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Andrea Maetzel

Ihre Begeisterung für die Krankenpflege gibt Andrea Maetzel mit Freude im Team weiter. Immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen und ein ganzheitlicher Ansatz sind ihr wichtig. Vor allem aber liebt sie den Kontakt zu den Menschen.


Eine Krankenschwesterndynastie

„Schuld“ ist eigentlich Andrea Maetzels Großmutter. Sie war eine resolute Frau, die die Enkelin unter ihre Fittiche nahm. „Sie fand, ich müsste etwas Ordentliches lernen. Und das war in ihren Augen der Beruf der Krankenschwester“, erinnert sich die Darmstädterin mit einem Schmunzeln. Und so begann Andrea Maetzel nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wie übrigens auch schon ihre Mutter, der die Großmutter ebenfalls zu diesem „ordentlichen Beruf“ geraten hatte. Krankenschwester zu sein gehört also zur Familientradition. „Ich habe jedoch auch schnell gemerkt, dass der Beruf wirklich zu mir passt und mir Spaß macht“, betont die 53-Jährige. So ganz allein an der Großmutter lag es demnach nicht, dass die junge Frau damals eine Ausbildung in den Städtischen Kliniken der südhessischen Universitätsstadt begann.

30 Jahre ist das mittlerweile her, und seither hat Andrea Maetzel in vielen Bereichen der Krankenpflege gearbeitet. Nach der Ausbildung in Darmstadt wechselte sie ins Universitätsklinikum nach Frankfurt und nach der Geburt ihres Kindes ins Elisabethenstift, zurück in ihre Heimatstadt. „Eigentlich wollte ich da nur zwei Jahre bleiben, doch heute sind es bereits 25“, sagt sie und lacht.

Immer neue Herausforderungen

Andrea Maetzel hat im Laufe ihres Berufslebens zahlreiche Aufgabenbereiche durchlaufen: Sie war Stationsleitung in der Geriatrie, arbeitete als stellvertretende Bereichsleitung in der Inneren Medizin und auf der interdisziplinären Station, um dann als fachliche Leitung in den Homecare-Bereich zu wechseln, wo es um die Versorgung von Patient(inn)en mit Hilfs- und Pflegemitteln ging. „Ein sehr hilfreicher Blick von außen“, sagt sie im Nachhinein. Fast zehn Jahre kümmert sie sich im Sozialdienst des Elisabethenstifts um die Nachversorgung der Patient(inn)en, wenn es um Fragen der Pflegeversicherung oder der Hilfsmittel ging, um die Suche nach Pflegediensten und darum, Plätze in der Kurzzeitpflege oder der Reha zu vermitteln.

Seit Mai 2018 ist sie Referentin für Pflegequalität und arbeitet der Pflegedirektion zu. Andrea Maetzel ist auf den 16 Stationen des Elisabethenstifts als Pflegeberaterin und Wundtherapeutin unterwegs, sie betreut Kranke mit chronischen Wunden und berät die Pflegeteams und Ärzte, wie solche Wunden am besten versorgt und wie die Patient(inn)en am besten gepflegt und gelagert werden sollten. Außerdem ist die 53-Jährige für den Einsatz der EDV in der Pflege zuständig. Sie schult das Personal und gibt Kurse zur elektronischen Eingabe von Patienteninformationen ins Datensystem des Krankenhauses, damit Befunde, Laborergebnisse, Röntgenaufnahmen oder Pflegedokumentationen jederzeit abrufbar sind.

Die Menschen begleiten

Ihre jahrzehntelange Arbeit mit Pflegebedürftigen und Kranken hat Andrea Maetzel nie als Belastung empfunden, sondern als Bereicherung, weil sie helfen konnte. „Ich fand es immer berührend zu sehen, was die Menschen zurückgeben. Mir sind viele Patienten im Gedächtnis geblieben“, sagt sie. Dabei weiß sie genau, was Arbeitsverdichtung im Gesundheitssystem bedeutet. Als sie als junge Krankenschwester auf Station arbeitete, betreuten sie zu siebt rund 26 Patienten in der Frühschicht. Heute liegt das Betreuungsverhältnis deutlich höher. Die Rahmenbedingungen sind schwieriger, weiß sie. Der Mensch und Patient wird nicht oder oft nur noch eingeschränkt als Ganzes gesehen. Das versucht sie zu ändern und den Betroffenen ihre Beratung, Hilfe und ihr Wissen aus 30 Jahren Pflege angedeihen zu lassen. Ihr Ziel ist es, die Menschen in besonderen Situationen zu unterstützen und auf ihrem Weg zu begleiten.

Begeisterung ist geblieben

Die Begeisterung für ihren Beruf hat sie sich in all den Jahren bewahrt. Bei Beratungen auf den Stationen freut sie sich, wenn sie ihre Erfahrung weitergeben kann. Offenbar wirkt das auch daheim: Ihre Stieftochter hat nämlich auch eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und wartet jetzt darauf, ein Medizinstudium beginnen zu können. Das Arbeitsfeld bleibt also in der Familie.

Geschrieben von Astrid Ludwig.

Das Porträt als PDF finden Sie hier: Andrea Maetzel

Ein Gedanke zu „Andrea Maetzel

  1. „Die Frauen sind klüger als die Männer, weil sie weniger wissen und mehr verstehen.“ Anthony Quinn (Alexis Sorbas)
    Schöne Grüsse aus Osnabrück

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