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Margarete Mackenroth

Margarete Mackenroth trägt gerne Verantwortung und legt Wert auf selbstbestimmte Arbeit. Das Wohl der Heimbewohner stand für sie an erster Stelle, und auch für ihr Mitarbeitenden-Team setzte sie sich ein.


Das 10. Kind in der Familie

Margarete Mackenroth war das Nesthäkchen, das jüngste von zehn Kindern. Zwischen ihr und ihrer ältesten Schwester lagen 20 Jahre Altersunterschied. Als die Jüngste hatte sie viele Freiheiten in der Familie, die meisten Kämpfe hatten die Geschwister ja schon ausgefochten. Nur ihren Traumberuf, den konnte sie dennoch nicht ergreifen. „Ich wollte Krankenschwester werden, aber die Ausbildung durfte man erst mit 16 beginnen, und meine Eltern wollten, dass wir Kinder schnell mithelfen und Geld verdienen“, erinnert sie sich an ihre Jugend. Also begann sie zunächst eine Ausbildung als Damenschneiderin. Ein schöner Beruf, aber Erfüllung fand Margarete Mackenroth darin nicht. Sie heiratete früh, bekam zwei Kinder und baute mit ihrem Mann eigenhändig ein Haus in Witzenhausen-Gertenbach. Später, als die Kinder groß waren, arbeitete Margarete Mackenroth in einer nahen Papierfabrik im kaufmännischen Bereich. Doch der ursprüngliche Berufswunsch blieb: „Es hat mich immer geärgert, dass ich nicht Krankenschwester werden konnte.“

Als ihr Sohn ankündigte, studieren zu wollen, ergriff sie die Initiative. „Wir wollten ihm das Studium ermöglichen, aber mit unseren bisherigen Gehältern wäre das nicht gegangen“, sagt sie. Also schrieb sie sich in Eschwege beim Institut für Erwachsenenbildung ein und ließ sich zur examinierten Altenpflegerin ausbilden. „Ich hatte immer schon einen guten Draht zu älteren Menschen“, sagt Margarete Mackenroth. Sie war 39 Jahre, als sie endlich ihren Traum von einem Pflegeberuf verwirklichen konnte.

Erste Stelle in einem Krankenhaus

Doch wie so oft bei Träumen folgte die Ernüchterung schnell. In einem Krankenhaus in Hannoversch Münden übernahm sie ihre erste Stelle als Altenpflegerin, „doch was ich in der Ausbildung gelernt hatte, konnte ich dort nicht umsetzen.“ Oftmals wurde sie ins kalte Wasser geworfen, und die Disharmonie im Team missfiel ihr. Sie wechselte die Stelle, arbeitete später in Altenheimen in Hannoversch Münden und Göttingen unter anderem als Wohnbereichsleiterin. Eine Arbeit, die ihr mehr Freude machte und für die sie auch Anerkennung erhielt. Doch Margarete Mackenroth wollte weiterkommen. Neben ihrer Anstellung in Göttingen bildete sie sich daher abends in Kassel noch zusätzlich zur Pflegedienstleiterin weiter.

Schöne und intensive Zeit

In Kassel trat sie auch ihre erste Stelle als Pflegedienstleiterin an. Im Luisenhaus, einem Altenheim, wo sie sich gut mit der Heimleiterin verstand, blieb sie ein paar Jahre. Als sie 2002 dann ins Evangelisch-Lutherische Gertrudenstift in Baunatal wechselte, hatte sie „endlich das Gefühl, angekommen zu sein“, sagt sie. Elf Jahre blieb Margarete Mackenroth dort, und sie beschreibt die Zeit „als die schönste und intensivste“ in ihrem Berufsleben. „Ich konnte sehr selbstständig arbeiten und entscheiden und fand Unterstützung auch beim Vorstand“, berichtet sie. Margarete Mackenroth fing in Baunatal als Pflegedienstleiterin an, doch schon 2005 übernahm sie die Heimleitung. Das Gertrudenstift ist ein großes Haus. „Ich war verantwortlich für 99 Bewohner*innen sowie 85 Mitarbeitende.“ Den pflegerischen Kontakt zu den Heimbewohner*innen und ihrem Team wollte sie auch als Heimleiterin nicht missen. „Ich wollte nicht nur im wirtschaftlichen Bereich und im Büro arbeiten“, betont sie. Nach wie vor übernahm sie sehr gerne pflegerische Tätigkeiten und war bei allen Schulungen ihrer Mitarbeitenden dabei.

In diese Zeit fiel der Neubau des Gertrudenstifts. Als Leiterin der Einrichtung war Margarete Mackenroth in Planungs- und Baufragen involviert, führte Gespräche mit den Architekt*innen, sorgte dafür, dass die Bauarbeiten vorangingen. Die Heimleitung „war kein Achtstundenjob oder eine Tätigkeit nach der Uhr“, sagt sie. Oft wurde es später. „Ohne meine Familie, die mir immer den Rücken freigehalten hat, wäre das nicht gegangen. Wenn ich in den letzten Jahren abends heimkam, hatte mein Mann alle Hausarbeiten erledigt“, lobt sie die erhaltene Unterstützung.

Krebserkrankung änderte alles

„Der Neubau wurde ein großes, schönes, helles Haus“, sagt Margarete Mackenroth. Doch als später eine weitere Baumaßnahme folgen sollte, entschied sie sich 2013 für einen frühen Abschied in die Rentenzeit. „Ich wollte Luft holen, nichts anfangen, was ich nicht würde beenden können.“ Ein*e Nachfolger*in sollte diese Aufgabe übernehmen, fand sie. „Ich habe das Haus verlassen, als es gut dastand. Ich bin nach einem Erfolg, ohne negative Schwingungen gegangen“, betont sie.

Sie war erst 63 Jahre alt, wollte reisen, mit Ehemann und Familie mehr Zeit verbringen. Doch es kam anders. Kurze Zeit später erkrankte Margarete Mackenroth an Krebs. „Das berufliche Leben war mit einem Schlag vorbei, das war alles plötzlich nicht mehr wichtig“, sagt sie. Sie orientierte sich neu. „Ich habe das erste Mal auch einmal an mich und meine Gesundheit gedacht.“

Fünf Jahre ist das nun her. Die Erkrankung hat die 69-Jährige seither erfolgreich hinter sich gelassen. Aber die Hände in den Schoß legen kann sie trotzdem nicht. Ehrenamtlich engagiert sie sich heute für die Witzenhäuser Tafel, hält Kontakt zum Seniorenbeirat, und in ihrem Stadtteil Gertenbach hat sie die Leitung des Seniorenkreises übernommen.

Geschrieben von Astrid Ludwig

Das Porträt als PDF finden Sie hier: Margarete Mackenroth

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